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Samstag, 25. Oktober 2014

Entspannung in der Schule - Teil 2: Entspannung für Lehrkräfte

Warum Entspannung für LehrerInnen wichtig ist

In belastenden und anforderungsreichen Situationen aktiviert der Körper ein Notprogramm, das die Bewältigung dieser Situationen ermöglichen soll. Kreislauf und Stoffwechselvorgänge werden aktiviert, um zusätzliche Energie bereitzustellen. Im Laufe eines Schultages, an dem verschiedene Anforderungen rasch hintereinander auftreten, besteht oft keine Möglichkeit zur notwendigen Deaktivierung dieses Erregungs- und Spannungszustandes und zur Regeneration von Energien. Das vegetative Nervensystem bleibt in Alarmbereitschaft. Wird das zum Dauerzustand, können Stresssymptome und in der Folge Erkrankungen entstehen.

Kurzentspannung zwischendurch

Der Schulalltag ist meist so organisiert, dass wenig Möglichkeiten für einen angenehmen Wechsel von Anspannung und Entspannung bestehen. Deshalb ist es für LehrerInnen wichtig, selbstständig für kurze Entspannungsphasen zu sorgen. Es gibt verschiedene Entspannungstechniken, die leicht zu erlernen sind und allein oder gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden können. Ein Beispiel dafür ist die Progressive Muskelentspannung: Dabei werden Muskeln zunächst angespannt und dann entspannt. Das senkt den Muskeltonus und hilft, sich zu erholen (siehe Praxistipp unten).

Eine weitere Möglichkeit der Kurzentspannung bieten kleine Wahrnehmungsübungen. Dabei geht es um bewusstes Wahrnehmen und Erleben mit allen Sinnen:

  • Aus dem Fenster, in die Wolken schauen, sich dabei räkeln.

  • Auf den Balkon, in den Schulhof treten, die frische Luft tief einatmen.

  • Ein Stück Obst genießen, daran riechen, es schmecken und genussvoll kauen.


Eine abwechslungsreiche Rhythmisierung des Schultages

Eine gesunde Schule kann sich zum Ziel nehmen, die innere Uhr der Beteiligten stärker zu berücksichtigen und Platz für Phasen der Regeneration einzuplanen. Um eine bessere Balance von Leben und Lernen  herzustellen, gibt es viele organisatorische Möglichkeiten - z.B.:

  • Aufhebung des 50-Minuten-Taktes, Blockstunden.

  • Einführung alternativer Lernarrangements wie Freiarbeit und Wochenplanarbeit, Werkstatt- und Projekt-Tage, Peer-Teaching u.v.m.

  • Bewegungspausen und bewegter Unterricht.

  • Teamarbeit der LehrerInnen, Kooperation, Teamteaching, Jahrgangsteams.

  • Einrichtung von Arbeitsplätzen für alle Lehrkräfte, Schaffung von Rückzugsmöglichkeiten.

"Die Kunst des Ausruhens ist ein Teil der Kunst des Arbeitens". (John Steinbeck)


Foto: © by-sassi, www.pixelio.de

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Praxistipp Kurzentspannung

Progressive Muskelentspannung

Dauer: 2 Minuten

Setzen Sie sich aufrecht und bequem auf einen Sessel. Schließen Sie die Augen und erforschen Sie Ihren derzeitigen Zustand: Wie fühlen sich Ihre Muskeln an? Warm? Schwer? Angespannt?


Verschränken Sie Ihre Hände hinter dem Hinterkopf. Pressen Sie Hände und Hinterkopf kräftig gegeneinander und fühlen Sie die Spannung in Nacken und Armen. Halten Sie diese Stellung ein paar Sekunden.

Nun entspannen Sie sich wieder. Lockern Sie Ihre Muskeln, legen Sie die Hände locker auf die Oberschenkel. Fühlen Sie den Zustand der Erleichterung im Nacken und in den Armen, wenn die Spannung nachlässt. Atmen Sie gleichmäßig tief ein und langsam aus. Lassen Sie mit jedem Ausatmen weiter Spannung aus Ihren Muskeln weichen.


Nun verschränken Sie wieder Ihre Hände hinter dem Hinterkopf und pressen beide gegeneinander. Zusätzlich heben Sie nun auch die Beine an und versuchen sie so hoch zu heben, wie Sie können. Vermeiden Sie ein Hohlkreuz, indem Sie die Gesäßmuskeln dabei anspannen. Heben Sie die Beine noch etwas höher und richten Sie die Fußspitzen zum Körper – Fersen durchdrücken. Halten Sie wieder ein paar Sekunden aus.

Nun entspannen Sie sich wieder, legen die Hände locker auf die Oberschenkel und atmen tief.


Nehmen Sie wieder die Stellung von vorhin ein: Hände am Hinterkopf, Beine gehoben, Fußspitzen zum Körper. Nun kneifen Sie kräftig Augen und Kiefer zusammen, sodass Ihr Gesicht vollkommen angespannt wird. Einige Sekunden in der Stellung verweilen. Danach wieder entspannen, Hände locker auf die Oberschenkel, tief atmen und langsam die Augen öffnen.

 

Nach: Lange-Schmidt, I.: minis machen’s möglich. Salzhausen 2005. S. 78-80.

 

Neue GIVE-Publikation "Unterwegs als gesunde Schule"

Mit der Broschüre "Unterwegs als gesunde Schule" lädt GIVE Sie zu einer Entdeckungsreise in Ihrer Schule ein. Auf verschiedenen Inseln erhalten Sie Tipps und praktisches Rüstzeug für das Unterwegs-Sein als gesunde Schule. Darunter finden sich sowohl Ideen für Einsteiger-Schulen als auch Nützliches für Schulen, die auf vielen "Schätzen" aufbauen können.

Die Autorin Eva Mitterbauer kann auf  langjährige Erfahung in der schulischen Gesundheitsförderung zurückblicken und war Leiterin des Wiener Netzwerks Gesundheitsfördernde Schulen.


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